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Die größten Klima Irrtümer

Ist die Angst vor dem Klimawandel übertrieben oder ist der menschliche Einfluß überhaupt ausreichend erforscht? Fakt ist, die Erde heizt sich immer weiter auf und unsere Treibhausgasemissionen sind der Hauptgrund dafür. Grund zur Entwarnung gibt es also keinesfalls.

Trotzdem verdrängen viele Menschen diese unbequeme Wahrheit lieber oder suchen Zuflucht in, auf den ersten Blick sogar oft einleuchtenden, Mythen. Zahlreiche Lobbyisten der fossilen Energien fördern diese Märchen bewußt. Wenn man sich dann noch überlegt welche Gewinne heute mit Öl, Gas und Kohle gemacht werden, liegt nahe warum hier Stimmung gegen Wissenschaft und Klimaforschung gemacht wird.

Irrtum #1: Die Klimaforscher sind sich doch selbst nicht einig

Menschengemachte Treibhausgasemissionen führen zu einer globalen Erwärmung. Das wird heute von keinem seriösen Wissenschaftler mehr in Frage gestellt. Eine Reihe von Studien zeigt übereinstimmend, dass es diesbezüglich einen Konsens von über 97% aller Klimaforscher gibt.

Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Treibhauseffekt und die Wirkung von z.B. CO2 in der Atmosphäre erforscht. 1824 entdeckte Joseph Fourier den Treibhauseffekt, 1863 zeigte John Tyndall, dass Gase wie Kohlendioxid in der Atmosphäre Wärme absorbieren und schon 1896 berechnete der schwedische Chemiker und spätere Nobelpreisträger Svante Arrhenius wie stark sich die Erde bei einer Verdopplung des CO2-Gehaltes in der Atmosphäre erwärmen würde.

Heute diskutiert man in der Klimaforschung vorallem über die Auswirkungen der globalen Erwärmung oder darüber wie schnell die Eismassen an den Polen nun genau schmelzen.

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Prof. Svante Arrhenius (1859 - 1927) erforschte bereits 1896 die Treibhauswirkung von CO2

Irrtum #2: Der Weltklimarat IPCC übertreibt

Genau das Gegenteil ist der Fall. Die bereits dramatischen Berichte des IPCC stellen eher eine Art kleinsten gemeinsamen Nenner dar. So werden vom Weltklimarat nur solche Studien veröffentlicht, die mehrfach gegengeprüft (peer reviewed) und damit oft schon einige Jahre alt sind. Und schlecht quantifizierbare Risiken bleiben in den IPCC Szenarien oft ganz außen vor. Auch der Abschlußbericht des IPCC ist soweit politisch verhandelt, bis alle beteiligten Staaten ihm zugestimmt haben. Von Saudi Arabien über die USA und Deutschland bis China.

Von Alarmismus kann also keine Rede sein. Stattdessen werden selbst die schmlimmsten Szenarien des IPCC regelmäßig von der Wirklichkeit überholt. So steigt z.B. der Meeresspiegel nachweislich wesentlich schneller als noch vor ein paar Jahren vom IPCC vorhergesagt. Das gleiche gilt für das Abschmelzen des arktischen Seeeises. Und auch für die weitere Entwicklung, z.B. beim Meeresspiegelanstieg gibt es zahlreiche Studien die von einem viel schnelleren Anstieg ausgehen als der Bericht des Weltklimarates.

Statt zu übertreiben untertreiben die Berichte des IPCC also eher.

Irrtum #3: Die Erderwärmung macht gerade Pause

Auch wenn Temperatur an Land in den letzten jahren tatsächlich etwas langsamer angestiegen ist als zuvor liegt sie insgesamt doch extrem hoch. Gewiße Schwankungen sind völlig normal und von der Wissenschaft auch nicht anders erwartet in einem hochkomplexen System wie dem Planeten Erde.

Das alles ändert aber nichts daran, daß wir von Hitzerekord zu Hitzerekord taumeln. So war z.B. 2013 das 36ste Jahr in Folge dessen Mitteltemperatur über dem Durchschnitt des vergangenen Jahrhunderts lag.

Und global gesehen erwärmt sich unser Planet immer mehr. Die Temperaturaufnahme findet jedoch vorallem in den Ozeanen und an den Polregionen statt, die sich dramatisch erwärmen. So hat sich die Durchschnittstemperatur hierzulande in den letzten hundert Jahren um etwa 1°C erwärmt, an den Polen aber um das 4 bis 5fache.

Die durch den menschengemachten Treibhauseffekt täglich zusätzlich auf der Erde gespeicherte Energie entspricht dabei der Explosionskraft von 400.000 Hiroshima Atombomben. Jeden Tag, 365 Tage im Jahr.

Irrtum #4: Das Klima hat sich schon immer verändert

Das stimmt und hatte im Laufe der Erdgeschichte verschiedenste Ursachen. Änderungen in der Umlaufbahn um die Sonne oder durch Plattentektonik freiwerdende Treibhausgase, solche Ereignisse hat es und wird es imemr geben. Einmalig ist aber die Geschwindigkeit mit der die Spezies Mensch heute den Klimawandel selbst vorantreibt. Wir verbrennen heute täglich mehr fossilen Kohlenstoff als die Natur in einer Million Jahren eingelagert hat. Das ändert die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre in einem Ausmaß wie es die Menschheit noch niemals erlebt hat.

Durch die Erwärmung am Ende der letzten Eiszeit stieg der Meeresspiegel innerhalb von zehntausend Jahren um über 100 Meter. Wir erwarten in diesem Jahrhundert einen ähnlich großen Temperaturanstieg – nur eben fünfzigmal schneller als damals. Die Folgen sind nur schwer vorhersehbar aber in jedem Fall werden sie drastisch sein.

Irrtum #5: Ein wärmeres Klima hat doch auch Vorteile

Die Auswirkungen der Klimakrise sind global und werden uns alle treffen. Sie sind zudem so abrupt und gewaltig, daß wir mit einem Kollaps der Ökosysteme und einem Anstieg des Meeresspiegels von 1-2 vermutlich sogar mehr Metern allein in diesem Jahrhundert rechnen müssen. Fast alle Millionenstädte der Welt liegen in Küstennähe (Lagos, Tokio, Mumbai, New York, usw.). Für sie wären die Folgen auch bei nur einen Meter Anstieg katastrophal.

Und auch in Europa fordert der Temperaturanstieg schon heute seinen Tribut. Der “Jahrhundertsommer” 2003 hat europaweit etwa 70.000 Todesopfern gefordert und die Hitzewelle 2013 hat zu einem Exportstopp für russichen Weizen geführt um trotz der Ernetausfälle auch nur die eigene Bevölkerung satt zu bekommen.
Wer heute glaubt uns in Europa würde der Klimawandel kaum betreffen träumt.

Süddeutsche Zeitung: Weltklimarat warnt vor Dürre, Hitze und Überflutung

Es gibt also mehr als genug gute Gründe die Klimakrise endlich ernst zu nehmen und entschloßen zu handeln.