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Versauerung der Meere

Die Ozeane nehmen immer mehr des von uns ausgestoßenen Kohlenstoffdioxids CO2 (auch bekannt als Kohlensäure) aus der Erdatmosphäre auf. Auf den ersten Blick eine feine Sache, erhöht das so gebundene CO2 doch nicht die Temperatur auf der Erde. Die Folge ist jedoch ein abnehmender pH-Wert des Meerwassers, die Ozeane versauern. Neben der globalen Erwärmung ist dies eine der Hauptfolgen menschlicher CO2 Emissionen.

Während CO2 in der Erdatmosphäre physikalisch zu steigenden Temperaturen auf der Erde (und vorallem in den Ozeanen) führt, wirkt es im Meerwasser chemisch.

Die gute Nachricht: das bedeutet nicht, daß uns beim Baden in Zukunft die Füße verätzt werden.

Die schlechte: Die Folgen dieser Versauerung betreffen zunächst kalkskelettbildende Lebewesen, deren Fähigkeit, sich Schutzhüllen bzw. Innenskelette zu bilden, bei sinkendem pH-Wert nachlässt. Diese Arten sind oft die Basis der Nahrungsketten in den Ozeanen, würden sie wegfallen hätte dies schwerwiegende Konsequenzen für die zahlreichen von ihnen abhängigen Meeresbewohner und in der Folge auch für den Menschen.

Steigende Temperaturen und Änderungen im PH Wert der Meere gefähren auch winzige Meerespflanzen, das sog. Phytoplankton. Rund die Hälfte des Sauerstoffs auf der Erde wird von Phytoplankton im Meer gebildet.

Bericht im Spiegel:
Zustand der Ozeane verschlechtert sich rapide

Spiegel Bericht zur Ozeanversauerung im IPCC Report (2014):
Säure-Rätsel: Die gefährliche Wandlung der Ozeane

Fakten zum Zustand der Meere

Wir verlieren jede Minute doppelt so viel Korallenriff- wie Regenwaldflächen.

  • Ein Drittel aller menschlichen CO2-Emissionen wird von den Ozeanen aufgenommen. Dies bringt den PH-Wert der Meere auf ein Niveau wie zuletzt vor weit über 10 Millionen Jahren.
  • Korallenriffe gelten aufgrund ihrer enormen Artenvielfalt als die Regenwälder der Ozeane. Meeresversauerung wirkt sich besonders auf riffbildende Korallen aus. Ohne diese kollabiert jedoch das ganze Ökosystem Korallenriff. Zur Zeit beobachten Wissenschaftler bereits großflächige Veränderungen in den Riffen.
  • Es gibt bereits ernstzunehmende wissenschaftliche Berichte über Effekte der Versauerung auf einige wichtige Planktonspezies und die sensiblen Larven zahlreicher Merresorganismen.
  • Phytoplankton in den Ozeanen produziert rund 50% des Sauerstoffs den wir atmen. Durch wärmere Ozeane in Folge der globalen Erwärmung hat diese Sauerstoffquelle in den letzten 30 jahren bereits um 6% abgenommen.
  • In Folge der Ozeanerwärmung hat die nahrungsarme Fläche in den Ozeanen in den letzten 20 Jahren um etwa 6,6 Mio. Qudratkilometer zugenommen.
  • Es gibt etwa 10.000 Korallenriffe weltweit von denen wir zur Zeit jeden Tag eines zerstören.
  • Zur Zeit gehen Wissenschaftler davon aus, daß innerhalb der nächsten 40 Jahre etwa die Hälfte aller Korallenriffe absterben könnte, wenn wir unseren CO2 Ausstoß nicht drastisch senken.
  • Allein das “Great Barrier Reef” generiert jedes Jahr über 6.5 Milliarden Dollar Tourismuseinnahmen und sichert 63,000 Arbeitsplätze.
  • Ohne sofortiges massives Gegensteuern könnte die Versauerung der Meere zu einem Massenaussterben führen. Vier der fünf bisherigen “Great Mass Extinction Events” in der Geschichte der Erde hatten mit einer Veränderung des PH-Wertes in den Ozeanen durch hohe CO2 Konzentrationen in der Erdatmosphäre zu tun.

Quelle: oceanacidification.net