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Eine essbare Landschaft

Verschiedenste Angebote für Pflanzflächen aber auch Obstbäume, Beerensträucher oder z.B. winterharte Kiwis machen das Areal zu einer „essbaren Landschaft“. Gemeinschaftsgewächshäuser bieten den Bewohnern Raum zum gemeinsamen Gärtnern und können in der Übergangszeit als Treffpunkt genutzt werden.

Während die Reihen- und Einfamilienhäuser naturgemäß zahlreiche Möglichkeiten zum Anbau von Obst, Gemüse oder Kräutern bieten können am verdichteten Wohnen vielfältige Flächen für Begegnung und gemeinsame Aktivitäten im Grünen entstehen. Dachflächen können im Sinne des “urban gardenings” als wohnungsnahe Anbauflächen genutzt werden.

Clevere Anbaukonzepte und die Gewächshäuser machen eine fast ganzjährige Versorgung der Bewohner mit frischem Grün möglich.

Neue ökologische Nischen und ein breites ganzjähriges Futterangebot bieten aber auch Schmetterlingen, Fledermäusen, Vögeln und vielen anderen Arten reiche Auswahl; Naturerlebnisse werden so zum wichtigen Teil des Lebens und Lernens im Quartier.

Video: Geoff Lawton erklärt die essbare Landschaft “Village Homes Davis”. In diesem Klassiker unter den Ökosiedlungen wurden Gemüse, Beeren, Obstbäume und andere essbare Pflanzen konsequent in die Gestaltung einbezogen. Damit das alles im trockenen Klima Kaliforniens gedeiht wurden alle Strassen und Wege so angelegt, dass kein Tropfen Regen verloren geht. So kann man dort heute Pfirsiche auf dem Schulweg pflücken, Granatäpfelbäumchen, Birnen, Kirschen und vieles andere mehr säumt die Fahrrad- und Fusswege und überall gibt es gemeinsam bewirtschaftete Flächen.

Agrarian Urbanism

Beim Modell des Agrarian Urbanism geht es nicht darum den Lebensunterhalt der Bewohner einer Siedlung durch die Erzeugung von Nahrungsmitteln sicherzustellen oder eine vollständige Selbstversorgung anzustreben. Vielmehr geht es darum dem Thema Nahrung einen wichtigen Platz in der Gemeinschaft und im Leben der Bewohner einzuräumen. Als Alternative zum oft in der Stadt dominanten Konsum könnte Ernährung und auch der Anbau von Nahrung im Mittelpunkt der Gemeinschaft stehen. Das können verschiedenste Formen des gemeinsamen Essens sein, vom Café oder Restaurant bis hin zu Gemeinschaftsküchen in denen Nachbarn für Nachbarn kochen. Man kann sich treffen und austauschen – als Angebot aber natürlich ohne irgendeinen Zwang.

Das gleiche gilt für die Erzeugung. Auch hier gilt es Möglichkeiten zu finden die zu den verschiedensten Lebensentwurfen passen. Während der eine gerne selbst im eigen Garten oder einem der Gemeinschaftsgärten aktiv wird, reichen dem anderen ein paar Töpfe auf dem Balkon seiner Wohnung. Und wieder ein anderer zieht es vor sich finanziell zu beteiligen. Er könnte als Mitglied einer Anbaukooperative zum Lebensunterhalt derjenigen Beitragen die im größeren Stil gärtnerisch aktiv seien wollen.

Beispiel eines essbaren Gartens

Ohne den Anspruch an völlige Selbstversorgung bietet ein hausnaher Garten die Möglichkeit mit überschaubarem Aufwand den eigenen ökologischen Fussabdruck drastisch zu verkleinern, Transportwege zu vermeiden und auch eine gewisse Sicherheit angesichts der Umwälzungen die mit dem Ende des Erdölzeitalters und der Klimakrise einhergehen werden.

Eine große biologische Vielfalt aus interagierenden Tier und Pflanzenarten hält Schädlinge und selbst Schnecken auf natürliche Weise in Schach und produziert dabei eine reiche Auswahl gesunder Nahrung, selbst wenn einzelne Arten unter den immer mehr zunehmenden Klimaextremen leiden werden.

Die Wahl könnte dabei so getroffen werden, dass eine möglichst ganzjährige Versorgung mit Gemüse und Obst möglich ist.

Solarsiedlung - Essbarer Garten

Beispiele:

Winter – Winterharte Kiwis and Kiwis in einem solarerwärmten Gewächshaus können Obst bis in den März liefern. Salate, Kohl und vieles andere kann ebenfalls im Gewächshaus überwintern.

Frühling – Erdbeeren aus dem Gewächshaus und Gemüse aus dem Frühbeet.

Sommer – Dies ist DIE Saison, plück wonach Dir gerade ist, vergiß aber nicht, dass es auch wieder kälter wird und Du Dich dann über etwas eingemachtes freuen wirst ;-)

Herbst – Die Obstbäume liefern süße Früchte im Üebrfluss, Kiwis, Wein, Feigen und die letzten Zitrusfrüchte aus dem Gewächshaus kommen nun unters Messer.

In Kürze: Sag Tschüss zu Deinem Supermarkt.

Ideen und Fragen zur Siedlung

“Arbeiten und Wohnen”
Das Quartierszentrum
Das Wohngebiet für 'Experimentelles Bauen'
“Die Schule”
Regionale und ökologische Baustoffe
Autofreie Siedlung
Essbare Landschaft
“Infrastruktur und Autarkie”
“Das Dichte Dogma”
Die MiniFarm

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